Machete + Draht = Grundbesitz

by

Seit Tagen wird der Dschungel rund um mein Apartment von Dominikanern belagert. Das Szenario sieht normalerweise folgendermassen aus: Ein Gebiet wird mit der Machete bearbeitet, hin und wieder wird etwas Gebuesch niedergebrannt, alles mit Draht notduerftig eingezaeunt und dann sitzen sie da. Rum und Bierflaschen kreisen, man redet ueber Gott und die Welt und, das liess mich aufhorchen, ueber Politik. In den ersten Tagen sind sie wie die Heuschrecken ueber das Areal hergefallen, aber auch jetzt sind immer noch Gruppen von bis zu 50 Personen unterwegs. Teilweise sind sie mit Transparenten bewaffnet. Da stehen dann Sprueche wie “Land fuer das Dorf” drauf.
Wenigstens sind’s nette Leutchen, wenn man mit ihnen redet. “Schau mal, da kommen zwei Gringos!” fand ich zwar nicht so prickelnd, aber wenn man mit Dominikanern so spricht, wie sie untereinander sprechen (“Alles klar, mein Bruederchen? Wie laufen die Sachen?” – Das waere eine typische Grussformel), geht es dann schon.

Was ist also passiert? Hier in der Dominikanischen Republik gibt es ein Gewohnheitsrecht. Wenn jemand eine gewisse Zeit auf Land lebt, das dem Staat gehoert, geht es in sein Eigentum ueber. Genau das geht hier vor sich. Irgendjemand hat herausgefunden, dass es in Bayahibe noch Grund und Boden gibt, der keine privaten Besitzer gefunden hat. Dann kam die Meute aus dem ganzen Umland – Gesichter, die ich noch nie in umserem kleinen Dorf gesehen habe, und besetzten “ihre” Parzelle. Bisschen aufraeumen, abbrennen, einzaeunen und: “Ja, wir leben hier schon seit ueber 10 Jahren.”

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s